Andalie und die Elfenblume

Drei besondere Kinder begegnen sich im Zauber anderer Welten.
Für alle Menschen, die an mehr glauben, als sie sehen.

124 Seiten, 5 Bilder, Paperback

ISBN
978-3-9817092-6-1
Verlag
Einklang-Verlag
Buchpreis
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Zusammenfassung

Inmitten blühender Wiesen steht eine stolze Rose, die Andalie, ein kleines hochsensibles Mädchen mit besonderer Wahrnehmungsfähigkeit, als ihre beste Freundin auserkoren hat. Die „Elfenblume“, wie das Kind seine Liebste nennt, birgt tatsächlich ein zartes Elfenmädchen in ihren Blüten, das immer wieder keck versucht, das Menschenkind auf sich aufmerksam zu machen.
Eines Tages geschieht etwas Entsetzliches in den Wiesen, denn die zauberhafte Rose wird von zwei traurigen Kindern bedroht. In ihrer großen Verzweiflung wendet sich die kleine Elfe hilfesuchend an das Mädchen und beauftragt das menschenscheue Kind, den zwei Jungen die Gefühlswelt der Pflanzen und Wiesenbewohner nahe zu bringen. Eine fast nicht zu bewältigende Aufgabe für Andalie. Doch nun begegnen sich drei Kinder besonderer Art, denn jedes von ihnen trägt ein wundersames Geheimnis in sich. Eine tiefe Freundschaft beginnt und damit ein behutsamer Heilungsprozess verletzter Kinderseelen.

Blick ins Buch

Eine wundersame Begegnung

Es war einmal eine Rose, die stand neben einer Bank inmitten blühender Wiesen. Nur ein kleiner Weg führte an ihr vorbei, der zwei Ortschaften miteinander verband. Wie sie einst dorthin gelangte bleibt uns ein Rätsel.
Sie war von zauberhaft anmutiger Gestalt, ihre Blüten leuchteten magentafarben, die jungen Knospen noch rosig und verströmte einen sanften betörenden Duft in den warmen Sommerwind.
Schon viele Menschen hatten sich an ihr erfreut, wenn sie Ruhe suchend neben ihr auf der Bank Platz nahmen. Schon manche verliebte junge Hand berührte die Schöne und ließ sich eine Blüte für seine Liebste neben sich schenken. Alte, vom Leben erzählende Hände strichen nur sanft über die zarten vollen Blüten und nahmen bloß einen Hauch Duft mit sich während lächelnde Augen auf ihr ruhten. Die Rose teilte gerne ihre Pracht und genoss die Freude der Menschen.
Am Schönsten aber war für sie die Nähe eines kleinen Mädchens, das sich Abend für Abend auf der Bank niederließ, mit seelenvollen Augen die Rose betrachtete, sie mit warmen Blick streichelte und zu ihr sprach. Es blieb stets eine Weile dort sitzen, erzählte von seinen Erlebnissen, vor allem aber von seinen Träumen und Hoffnungen. Zum Abschied küsste es jedes Mal sanft die größte Blüte seiner schönen "Elfenblume", wie es die Rose nannte.

Ja - und es war tatsächlich eine Elfenblume, denn eines Tages, mit den ersten warmen Frühlingssonnenstrahlen, war eine kleine Elfe in eine sich öffnende Knospe der Rose eingezogen. Mittlerweile war aus dem kuscheligen Plätzchen ein wahrer Blütenpalast geworden, in dem die kleine Elfe in süßem Duft lebte. Sie war ebenso gekleidet wie ihre Auserwählte und für das menschliche Auge unsichtbar, was jedoch vor allem daran liegen mag, das wir selten tiefer schauen als nötig.
So sah die kleine Elfe die Menschen kommen und gehen, ohne dass sie selbst wahrgenommen wurde.

Manchmal hatte sie jedoch den Eindruck, dass das Mädchen einen Augenblick ihres Daseins erahnte, denn es hielt gelegentlich im Sprechen inne, legte seinen Kopf lauschend zur Seite und betrachtete wie träumend die Blüte, auf der die Elfe, fröhlich mit den Beinen baumelnd, saß. Dann winkte sie dem Kinde übermütig zu - doch, wie erwachend, lief ein Beben durch den Körper des kleinen Mädchens und es kehrte zurück in seine Welt. Verwundert lächelte es, schloss sinnend die Augen und küsste dann seinen Abschiedsgruß.
Nachdenklich und zugleich leise kichernd blieb die Elfe sitzen. Es war ihr jedes Mal ein Vergnügen, ein wenig von dem zarten Kuss des Kindes zu erhaschen.
Sie hieß Mirali und war ein bezauberndes Elfenmädchen. Sie war voller Fröhlichkeit und überschäumender, sprudelnder Lebendigkeit und freundlich zu jedem Lebewesen, das sie in ihrem Palast besuchte. Viele Schmetterlinge ließen sich bei ihr nieder, die sich bei einem süßen Mundvoll Blütennektar von ihr erzählen ließen, was sie gesehen und erlebt hatte. Dabei strich Mirali ihnen zärtlich über die schillernden Flügel. Die frisch geschlüpften Falter stärkte sie mit kraftvollen Strichen, trocknete taubestäubte Gewänder und befreite auch den ein oder anderen von lästig klebenden Spinnenfäden. Sie flog mit ihnen zu anderen Blüten, besuchte Elfen und Feen, auch mal die kleinen Wichte am nahegelegenen Baumstumpf und verspürte nie auch nur einen Hauch von Langeweile oder gar Schwermut.
Ach, war das Leben herrlich! Und ach, hätte es nicht ewig so bleiben können?

Aurel